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Norwegen – Rückreise nach Dänemark

Die Haspa Hamburg verlässt Norwegen und macht sich auf den Weg nach Aarhus, wo eine neue Crew das Garmin Round Denmark 2026 segeln wird.

Nach einem kleinen Crew Change in Hjellestad kommt Dorothea dazu. Damit ist die Crew für die letzte Etappe komplett. Gemeinsam bereiteten wir die Haspa für die Überfahrt Richtung Südnorwegen vor. Proviant verstauen, warme Sachen bereitlegen, Optionen überlegen, Expedition rechnen lassen und Routen auswählen.

Am Abend hieß es dann: Leinen los! Wir verlassen Hjellestad und der Wind im Fjord schiebt uns schön in den Süden. Unterwegs das Gleiche wie immer. Erst eingerefft, dann ausgerefft und später unter Motor. Aber wie wir es aus den vorherigen Wochen kennen, sieht es hinter dem nächsten Berg anders aus und schnell kann die Maschine wieder aus. Wir verlassen den geschützten Fjord und begeben uns auf die offene See mit konstantem Wind. Norwegen verschwindet hinter uns.

 

Eigentlich lautete der Plan: Kurs Kristiansand. Doch je weiter wir nach Süden kamen, desto weniger wurde der Wind. Ein letztes Wetterupdate wurde genutzt, um die finale Entscheidung zu machen. Auch für die kommenden Tage ist für das Skagerrak kaum Wind vorhergesagt. So wurde der Plan spontan geändert und der noch vorhandene Wind genutzt, um in Richtung Süd zu kommen. Statt nach Kristiansand ging es direkt nach Skagen.

Nach mehreren Wochen war damit auch der Moment gekommen, die norwegische Gastlandflagge einzuholen. Fast schon ein wenig wehmütig verschwand sie unter Deck, während die dänische Gastlandflagge ihren Platz einnahm.

 

Wie angekündigt, schlief der Wind anschließend fast vollständig ein. Also blieb nichts anderes übrig, als den Motor anzuwerfen und das Skagerrak unter Maschine zu überqueren. Erst kurz vor Skagen meldete sich der Wind zurück. Endlich konnten wir die Maschine ausschalten. Alle genossen den Moment, wo die Ruhe einkehrte. Entsprechend groß war die Freude an Bord.

Mitten in der Nacht stand noch ein kleines navigatorisches Highlight an. An der Nordkardinal-Tonne vor Skagen wurde gehalst – gleichzeitig markierte dieser Punkt den Beginn der Ostsee. Die Lichter von Skagen wurden angesteuert und der Hafen angelaufen.

 

Zu unserer Überraschung war der Hafen voller Schiffe. Kein freier Liegeplatz, sodass wir als 6. Schiff ins Päckchen gingen. Jeder Landgang war damit ein kleiner Hindernislauf über fremde Decks. So sollten Fischbrötchen her. Jedoch fanden wir nicht das Fischbrötchen „Hamburger Art“. Also nahmen wir die Sache selbst in die Hand, kauften frischen Fisch und Brot und bauten uns kurzerhand unsere eigenen Fischbrötchen an Bord.

Lange blieben wir ohnehin nicht in Skagen. Nicht einmal zehn Stunden nach unserer Ankunft legten wir den überfüllten Hafen bereits wieder hinter uns. Diesmal lautete das Ziel Halmstad in Schweden. Zumindest theoretisch. Denn Wind gab es erst in der Nähe der schwedischen Küste. Also motorten wir – begleitet von den selbstgemachten Fischbrötchen, die sich als hervorragender Reiseproviant erwiesen.

 

Zwischendurch durfte natürlich auch ein kurzer Badestopp nicht fehlen. Kaum waren alle wieder an Bord, begann sich die Wasseroberfläche langsam zu kräuseln. Der Wind kündigte sich endlich an. Unter Segeln ging es dann in Richtung Süden. Nach ein paar weiteren Wetterupdates und einem neuen Routing ergab sich, dass das Wetterfenster mit dem meisten Wind das in der kommenden Nacht sein wird. Unter „meistem Wind“ sind hier Windgeschwindigkeiten von 10kn vorhergesagt. Die Ostsee gerät unter Hochdruckeinfluss…

So wurde der Plan wieder geändert. Aus Halmstad wird Aarhus. Aus 16h Motoren werden 2h Motoren. Aus einem halben Tag in Aarhus werden eineinhalb.

 

In der Nacht passierten wir Anholt. Gleichzeitig nahm auch der Schiffsverkehr deutlich zu. Nach den ruhigen norwegischen Fjorden fühlte sich die Ostsee plötzlich fast wie eine Autobahn an. Große Frachter, Tanker und schnelle Fähren rauschten teilweise mit über 20 Knoten dicht an uns vorbei. Irgendwie hatten wir es vermisst. Dazu zeigt das Echolot die gesamte Zeit weniger als 30m Wassertiefe an. Wir befinden uns wieder auf der Ostsee.

Im Laufe des nächsten Tages tauchte schließlich Aarhus am Horizont auf. Nach knapp drei Wochen erreichten wir unseren Zielhafen – und damit das Ende unserer Reise.

 

Ihr habt es schon im letzten Bericht gelesen, wir sind sehr gut darin, Gründe zu finden, weshalb man über Bord geworfen wird. Am Ende flogen nach Ankunft in Aarhus bei richtigem Sommerwetter alle ins Hafenbecken.

Zum Abschluss blieb noch Zeit, die Stadt zu erkunden. Es gab Eis, eine Stadtbesichtigung und ja, das klassische Ende einer jeden HVS-Tour: Aufräumen, sauber machen und abreisen. Die Sonne spielte perfekt mit. Der gesamte Steg wurde zum Trocknen aller Segel in Beschlag genommen, das Schiff gründlich gereinigt und alle persönlichen Sachen verstaut.

 

Nach knapp drei Wochen an Bord hieß es schließlich Abschied nehmen. Hinter uns lagen 1049 Seemeilen, spektakuläre Fjorde, ein beeindruckender Gletscher, viele lokale Winde, einige Planänderungen und eine richtig tolle Zeit als Crew an Bord der Haspa Hamburg.

 

Wir wünschen Max und seiner Crew viel Erfolg beim Garmin Round Denmark 2026!